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Vorbereitungen vor der Nierentransplantation

Wie bereite ich mich am besten auf die Nierentransplantation vor?

Zur Vorbereitung einer Nierentransplantation sind eine Reihe von Untersuchungen und eventuell auch Behandlungen erforderlich. Sie sollen die Eignung des Transplantatempfängers sicherstellen und optimale Voraussetzungen für die Operation schaffen.

Da die durchschnittliche Wartezeit auf eine Niere bei 6 bis 7 Jahren liegt, müssen einige Untersuchungen regelmäßig wiederholt werden. Mögliche Probleme können dadurch im Voraus erkannt und gelöst werden.

Die Untersuchungen vor einer Nierentransplantation verfolgen grundsätzlich drei Ziele:

  • Feststellung des Gewebetyps
  • Abklärung des allgemeinen Operationsrisikos
  • Erkennen möglicher Infektionsherde

Bei besonders schwierigen Operationsbedingungen oder Mehrfachtransplantationen können zusätzliche Untersuchungen erforderlich werden. Liegen bereits Ergebnisse aus vorhergehenden Arztbesuchen vor, muss nicht alles erneut durchgeführt werden.

 

Mögliche Voruntersuchungen:

  • Verschiedene Laborwerte
  • Ultraschall der Nieren (Sonographie)
  • Nierenfunktionsprüfungen, z.B. durch Sammeln von Urinproben oder Blutuntersuchungen
  • Lungenröntgen
  • Elektrokardiogramm (EKG) und Belastungs-EKG
  • Lungenfunktionsprüfung (ab dem 50. Lebensjahr)
  • Untersuchung der Halsschlagadern sowie der Bein- und Beckenarterien (Dopplersonographie)
  • Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane und des Herzens
  • Darmspiegelung (bei Patienten über 50 Jahre)
  • Urologische Untersuchung von Harnblase und Harnwegen
  • Mammographie (bei Frauen über 50 Jahre)
  • Prostatauntersuchung beim Mann
  • Gynäkologische Untersuchungen bei der Frau
  • Evtl. Herzkatheteruntersuchung
  • Evtl. Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (Kernspintomographie) verschiedener Organe
  • Knochenuntersuchungen

Teilweise können noch mehr Voruntersuchungen als die hier aufgeführten Maßnahmen nötig sein. Falls Sie sich unsicher sind, lassen Sie sich die Methoden genau erklären.

 

Welche Blutwerte müssen bestimmt werden?

Eine Blutuntersuchung ist eine der wichtigsten Untersuchungen, denn anhand der Ergebnisse wird das Spenderorgan für Sie ausgewählt. Je besser Ihre Werte und die des neuen Organs übereinstimmen, desto größer sind die Chancen, dass Ihr Körper die neue Niere annimmt. Für die Übereinstimmung sind insbesondere der Gewebetyp und die Blutgruppe entscheidend.

Jeder Mensch hat einen speziellen Gewebetyp, der durch viele Merkmale definiert ist. Ein entscheidendes Merkmal sind die so genannten HLA-Antigene (Humane Leukozyten Antigene), die man auf weißen Blutkörperchen bestimmen kann. Die Hälfte des Gewebetyps stammt jeweils vom Vater und von der Mutter. Geschwister können den gleichen HLA-Gewebetyp haben (25%-ige Chance), vollkommen identisch sind aber nur Gewebe von eineiigen Zwillingen.

Je besser der HLA-Typ zwischen Spender und Empfänger übereinstimmt, desto besser ist die Überlebensrate der transplantierten Niere.

Auch die Blutgruppe (A, B, AB oder 0) ist ein wichtiges Gewebemerkmal.

Nach wie vor sind identische Blutgruppen zwischen Spender und Empfänger anzustreben, auch wenn es inzwischen immer häufiger gelingt, Nieren verschiedener Blutgruppen erfolgreich zu transplantieren.

 

Wie gestaltet sich die Wartezeit auf die Nierentransplantation?

Das Warten bis zur Transplantation ist für Sie und Ihre Angehörigen sicherlich eine schwere Zeit. Sie waren wahrscheinlich bereits bei einigen Voruntersuchungen und haben sich mit der Situation auseinandergesetzt. Die Wochen und Monate bis zur Transplantation erscheinen dann eher lang.

Lassen Sie Anspannung, Ängste oder Verzweiflung zu und teilen Sie sich Ärzten, Angehörigen und Freunden mit! Sie werden Ihnen dabei helfen, den Mut nicht zu verlieren und die Wartezeit zu überstehen.

Das wichtigste Instrument während der Wartezeit ist das Telefon. Der ersehnte Anruf kann zu jeder Tages- und Nachtzeit erfolgen. Hinterlassen Sie in der Klinik daher immer eine Nummer, unter 

der Sie zu erreichen sind. Ein Handy ist sicher eine sinnvolle Investition, damit Sie jederzeit erreichbar sind

 

Was muss ich bei einer Nierentransplantation für die Klinik vorbereiten?

Es empfiehlt sich eine fertig gepackte Reisetasche. Packen Sie Ihre Reisetasche am besten, sobald Sie auf die Warteliste gesetzt worden sind. Ihr Transplantationsteam wird Ihnen sicherlich gern eine Liste der Dinge, welche, während des Krankenhausaufenthaltes notwendig sind, zur Verfügung stellen. Sinnvoll ist es auch, einen Zettel in der Tasche mitzuführen, auf dem alle Medikamente, die Sie einnehmen, und mögliche Allergien verzeichnet sind.

Erstellen Sie außerdem ein Verzeichnis aller Personen, die Sie verständigen müssen, sobald Sie in die Klinik bestellt worden sind.