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Postmortale Spende

Wie läuft die postmortale Organspende ab?

Organe dürfen erst entnommen werden, nachdem der Gesamthirntod des Spenders festgestellt wurde. Alle Dokumentationen müssen schriftlich erfolgen. Es ist ebenfalls festgelegt, dass der Gesamthirntod durch zwei erfahrene Ärzte, die weder an der Entnahme noch an der Übertragung der Organe beteiligt sind, unabhängig voneinander festgestellt und dokumentiert werden muss. Die Entscheidung für eine Organspende sollte jeder zu Lebzeiten möglichst schriftlich in Form eines Organspende Ausweises dokumentiert haben. Kommt im Todesfalle eine Organspende in Betracht, werden die Angehörigen befragt, ob der Verstorbene sich zu Lebzeiten zu dieser Frage erklärt hat. Falls den Angehörigen nichts bekannt ist, werden sie nach dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen gefragt und gebeten, in seinem Sinne zu entscheiden, wie es das Gesetz vorsieht (erweiterte Entscheidungslösung). Für die Übertragung vermittlungspflichtiger Organe führen die Transplantationszentren Wartelisten. Die Aufnahme in die Warteliste und die Vermittlung der Spenderorgane müssen dabei nach Kriterien erfolgen, die dem Stand der medizinischen Wissenschaft entsprechen. Das heißt, die Dringlichkeit und die Erfolgsaussichten der Organübertragung werden in jedem Fall berücksichtigt.

 

Was wird unter Hirntod verstanden?

Damit wirklich sichergestellt wird, dass Nieren nicht bei noch lebenden Personen (außer bei der Lebendspende) entnommen werden, gilt der von zwei unabhängigen Ärzten bestätigte Hirntod als definiertes Kriterium für die Entnahme eines Spenderorgans. Unter Hirntod wird in der Medizin der unwiederbringliche Ausfall der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms verstanden. Ärzte, die den Hirntod feststellen, sind nicht an der Übertragung der Organe beteiligt. Organspender sind zum überwiegenden Teil Patienten mit internistischen und neurologischen Erkrankungen, wie z.B. Durchblutungsstörungen oder Tumoren. Nur etwa 20% der Organspender versterben aufgrund einer äußeren Verletzung. Wenn dabei das Gehirn irreparabel geschädigt wurde, kommt es zu einem unumkehrbaren Ausfall der Hirnfunktionen, das heißt zum Hirntod. Mit dem Hirntod sind die für jedes menschliche Leben erforderlichen Steuerungsvorgänge endgültig erloschen. Unabhängig davon können intensivmedizinische Maßnahmen die Atmung und den Kreislauf weiter aufrechterhalten. Der festgestellte Hirntod ist daher dem Tod des Menschen gleichzusetzen. Eine weitere Behandlung kann keine Hilfe mehr bringen. Während die Todesfeststellung nach allgemeinem Herz-Kreislauf-Stillstand durch jeden Arzt erfolgen kann (in bundesdeutschen Krankenhäusern rund 400 000-mal jährlich), ist die Feststellung des Hirntodes (rund 4000-mal jährlich) an besondere unumgängliche Bedingungen und Befunde gebunden. Zur Diagnose des Hirntods ist sowohl der Nachweis des Ausfalls der Hirnfunktionen als auch die Feststellung erforderlich, dass dieser Zustand nicht mehr rückgängig zu machen ist. Neben den klinisch entscheidenden Untersuchungen werden dafür auch verschiedene Messungen von Hirnströmen oder -durchblutung herangezogen. Zu beachten ist, dass auch beim Hirntoten noch einige Reflexe vorhanden sein können, die vom Rückenmark gesteuert werden. Das kann zu Bewegungen von Armen und Beinen oder sogar zum Aufrichten des Oberkörpers führen. Diese Mechanismen verunsichern Angehörige – oder auch das Personal – häufig und müssen erklärt und besprochen werden.