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Empfänger einer Organspende

Gibt es eine Altersgrenze?

Prinzipiell gibt es keine Altersgrenze – sowohl ganz kleine Kinder als auch ältere Patienten können eine Niere bekommen.

 

Kommen auch Patienten für eine Transplantation infrage, die eine andere Erkrankung haben?

Bei akuten oder nicht heilbaren chronischen Infektionen darf nicht transplantiert werden. Das hängt vor allem damit zusammen, dass nach der Transplantation Medikamente eingenommen werden müssen, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva). Das kann zur Folge haben, dass die Infektionen außer Kontrolle geraten, da das körpereigene Immunsystem sie nur ungenügend bekämpfen kann. Eine HIV-Infektion, die mit Medikamenten gut kontrolliert ist, spricht allerdings heute nicht mehr gegen eine Nierentransplantation. Bei bestehenden bösartigen Krebserkrankungen wird keine Transplantation durchgeführt, da die immunsuppressiven Medikamente die Tumorerkrankung beschleunigen könnten. Liegen weitere schwere Erkrankungen z.B. der Lunge, der Leber oder des Herzens vor, die mit einer geschätzten Lebenserwartung von weniger als 2 Jahren einhergehen oder die befürchten lassen, dass die Operation nicht überstanden wird, sollte ebenfalls auf eine Transplantation verzichtet werden.

 

Wie wird die Vergabe der Spenderorgane geregelt?

Bei Eurotransplant wird anhand der vorliegenden Daten über die Vergabe der Spenderorgane entschieden. Die Länder-übergreifende Zusammenarbeit verbessert die Chance auf ein passendes Organ und garantiert eine gerechte Verteilung.

Fünf Faktoren bestimmen die Reihenfolge der Organvergabe:

  • Übereinstimmung der Gewebemerkmale
  • Berücksichtigung der genetischen Chance (seltene Blutgruppe, seltene Gewebemerkmale)
  • Wartezeit
  • Entfernung zwischen dem Ort der Entnahme und dem Empfängerzentrum
  • Organspendebilanz zwischen den Eurotransplant-Partnerländern

Bestimmte Patienten werden von Eurotransplant auf einer Liste geführt, die „Hohe Dringlichkeit“ oder „High Urgency“ genannt wird. Das Überleben eines Patienten auf dieser Liste ist akut gefährdet. Daher kann er anderen Patienten vorgezogen werden. In den Entscheidungsprozess sind so viele Personen einbezogen, dass niemand Einzelinteressen vertreten kann.

Weitere Informationen: www.eurotransplant.org

 
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