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Abstoßung der Niere

Welche Komplikationen können nach einer Nierentransplantation auftreten?

Die folgenschwerste Komplikation nach einer Transplantation ist die Abstoßungsreaktion des Körpers gegen das neue Organ. Die Gefahr einer Abstoßungsreaktion bleibt so lange bestehen, wie das Spenderorgan im Körper vorhanden ist.

 

Wichtig ist, dass Sie die Symptome einer Abstoßung kennen und im Zweifel sofort Ihren Arzt verständigen.

Warum versucht der Körper, das neue Organ abzustoßen?

Unser Immunsystem ist darauf trainiert, alles im Körper zu identifizieren, was von außen eindringt, also „fremd“ ist, und entsprechend zu bekämpfen. So erkennt es auch die Gewebemerkmale der neuen „fremden“ Niere. Je weniger Übereinstimmung zwischen körpereigenen Merkmalen und den transplantierten besteht, umso größer ist die Gefahr, dass das Immunsystem sich gegen das transplantierte Organ wehrt. Deshalb sind die Voruntersuchungen von Spender und Empfänger so wichtig.

Trotzdem kann es auch bei hoher Übereinstimmung – und nach langer Zeit – noch zu Abstoßungen kommen. Dabei handelt es sich nicht um eine plötzliche Abwehrreaktion des Körpers gegen das als fremd identifizierte Organ, sondern um einen kontinuierlichen Prozess, der mit Gefäßveränderungen in der Niere und Narbenbildungen einhergeht. Die Veränderungen können die verschiedensten Gründe haben, dazu zählen z. B. Begleiterkrankungen wie Blutdruck und Infektionen, aber auch Nebenwirkungen von Medikamenten oder auch eine unterdosierte Immunsuppression, z.B. durch fehlerhafte oder unregelmäßige Medikamenteneinnahme.
Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass die Grundkrankheit, die zur Transplantation geführt hat, zurückkehrt und das neue Organ angreift.

Zum Schutz der transplantierten Niere müssen Sie die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen unbedingt wahrnehmen. Außerdem ist es entscheidend, dass Sie alle Ihre Medikamente regelmäßig und in verordneter Dosis einnehmen. Dies gilt nicht nur für die Immunsuppressiva, sondern auch für alle anderen Medikamente. Ansonsten können unbeabsichtigte Wirkungen eintreten, die schlimmstenfalls Ihre neue Niere schädigen.

 

Welche Alarmsignale muss ich erkennen?

Da die Abstände zwischen den Nachkontrollen zunehmend größer werden, müssen auch Sie selbst in der Lage sein, Vorboten einer möglichen Abstoßungsreaktion oder Infektionszeichen zu erkennen.

Nachstehend finden Sie eine kurze Auflistung der häufigsten Alarmzeichen. Denken Sie jedoch auch daran, dass nicht immer solche messbaren Veränderungen vorliegen müssen. Es kann sein, dass Sie sich einfach nur „nicht wohl“ fühlen. Sprechen Sie daher bei der kleinsten Unregelmäßigkeit mit Ihrem Arzt.

  • Fieber
  • Rückgang der Urinausscheidung
  • Gewichtszunahme
  • Einlagerung von Wasser (geschwollene Beine)
  • Schmerzen oder Druckgefühl am Transplantat
  • Erhöhter Blutdruck bei mehreren Messungen
  • Grippeähnliche Symptome: Schnupfen, Schmerzen, Müdigkeit, Kopfschmerz, Schwindelgefühl
  • Durchfall, Übelkeit, Erbrechen oder Magenschmerzen
  • Husten, Auswurf oder Atemnot
  • Deutliche Verfärbung des Harns (Dunkelfärbung), übel riechender Harn
  • Blut im Harn, Schmerz oder Brennen während des Harnlassens oder ständiger Harndrang

Treten solche Anzeichen auf, sollten Sie sich sofort mit einem der behandelnden Ärzte in Verbindung setzen.

 

Um Komplikationen zu vermeiden oder besser zu erkennen, können folgende Werte regelmäßig in ein Bilanzheft eingetragen werden

  • Blutdruck
  • Puls
  • Temperatur
  • Gewicht
  • Trinkmenge und Urinausscheidung
  • Einnahme der Medikamente

Besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt, ob es für Sie sinnvoll ist, ein solches Heft zur Kontrolle zu führen.

Wichtig ist: Die Verantwortung für Ihre neue Niere und damit für Ihr neues geschenktes Leben liegt bei Ihnen.