Operation

Der ersehnte Anruf: Die Niere ist da.
Jetzt muss alles schnell gehen
Wie geht es weiter nach dem Anruf?
„Wir haben eine Niere für Sie !“ Wenn nach langer Zeit
des Wartens plötzlich der ersehnte Telefonanruf kommt,
müssen Sie sofort in das Krankenhaus aufbrechen. Eine
Spenderniere ist nur begrenzte Zeit haltbar und sollte
innerhalb von 36 Stunden verpflanzt werden.
Je nach Entfernung der Klinik und anderen Umständen
werden Sie mit einem Taxi oder einem Krankenwagen in
die Klinik gelangen. Ist die Zeit zu kurz, kann Sie auch
eventuell ein Hubschrauber in die Klinik bringen. Vereinbaren
Sie alles Notwendige mit Ihrem Transplantationszentrum.
Denken Sie daran: Sobald Sie erfahren, dass ein Organ
für Sie zur Verfügung steht, nehmen Sie keine Nahrung
und Getränke mehr zu sich, rauchen Sie nicht mehr.
Ihr Magen sollte für die Narkose so leer wie möglich sein.
Wie verläuft die Operation?

Die neue Niere wird ins
Becken verpflanzt
Während Sie sich in die Klinik begeben, veranlasst
Eurotransplant den Transport der Niere. Vor der Nierenverpflanzung
untersuchen die Ärzte Sie noch einmal sorgfältig.
So wird beispielsweise erneut Blut abgenommen
und ein letztes Mal mit dem Spenderorgan auf Gewebeübereinstimmungen
getestet. Ein aktuelles EKG
sowie eine Röntgenaufnahme der Lunge werden angefertigt
und Sie werden nach akuten Infektionen oder Veränderungen
Ihres Befindens in letzter Zeit gefragt. Häufig
erfolgt noch einmal eine Dialyse vor der Operation, damit
die Blutwerte, vor allem das Kalium, in einem optimalen
Bereich liegen. Die Spenderniere wird nochmals genau
geprüft und dann beginnt die Operation, in der Regel
15 bis 30 Stunden nach der Entnahme der Spenderniere.
In seltenen Fällen kann es passieren, dass die Operation
nicht zustande kommt. Das ist z.B. der Fall, wenn Sie eine
Infektion haben oder wenn ein anderes medizinisches Problem
vorliegt, das die Operation oder die Erholung
gefährden könnte. In sehr seltenen Fällen stellt sich erst in
der Klinik heraus, dass das Spenderorgan nicht geeignet
oder beschädigt ist. Sie sollten dann nicht verzweifeln, Sie
bleiben auf der Warteliste.
Die Verpflanzung der neuen Niere geht dann relativ
schnell. Die Transplantation selbst dauert von Beginn der
Narkose bis zum Aufwachen etwa 3 bis 4 Stunden. Die eigenen
in der Flankenregion liegenden Nieren werden – bis
auf wenige Ausnahmen (Infektionen, große Zystennieren)
– dort belassen. Der Chirurg legt einen etwa 20 cm langen
Schnitt durch die Haut ungefähr 10 cm unterhalb und seitlich
des Nabels. So gelangt er leicht an die großen
Beckengefäße. Hier schließt er die Blutgefäße der transplantierten
Niere an. Danach wird der Harnleiter der verpflanzten
Niere in die Blase geleitet. Oft produziert die
neue Niere schon während der Operation die ersten Tropfen
Urin.
In der Leistengegend liegt die neue Niere recht geschützt,
aber viel näher an der Bauchdecke als die eigenen Nieren.
Sie können eine transplantierte Niere mit der Hand spüren.
Übrigens wird die neue Niere ins Becken verpflanzt, weil
dies technisch einfacher ist als die Verpflanzung an die
Stelle der „alten“ Niere.